[Politisches] Von Gutmenschen und Hassbürgern

Ich kann nicht sagen, dass ich jemand bin, der politisch über die Maßen interessiert ist und sich täglich die politischen Ereignisse zu Gemüte führt und sie analysiert. Trotzdem empfinde ich es mittlerweile als nötig, mich hier auf meinem Blog zu diesem sehr brisanten Thema zu äußern. Spätestens, seit ich mit einem ehemaligen Mitschüler aneinander geraten bin, weil unsere Meinung zur Flüchtlingsfrage sehr weit auseinander ging, nehme ich eine Tendenz in der Haltung vieler Deutscher wahr, die ich als gefährlich empfinde.

Wer sich nicht absolut neutral halten kann (und es gibt durchaus einige, die das schaffen, wahrscheinlich aus Desinteresse) muss sich dieser Tage entscheiden, ob er Gutmensch oder Hassbürger sein möchte. Diese Begriffe forcieren ein Schwarz-Weiß-Denken, wie es im Moment häufig anzutreffen ist. Manchmal in persönlichen Gesprächen, viel häufiger aber in den Weiten des anonymen Internets.

Zu den Begrifflichkeiten: Gutmenschen sind solche, die jede Art von Hass oder Aufwiegelung gegen Asylsuchende ablehnen. Sie berufen sich auf die Menschenrechte und verurteilen es scharf, einen Unterschied zwischen Deutschen und Menschen anderer Herkunft zu machen. Hassbürger sind das genaue Gegenteil. Sie stehen der Frage, ob Deutschland weitere (oder überhaupt) Asylsuchende aufnehmen sollte nicht nur kritisch gegenüber, sie lehnen es rundweg ab. Dazwischen gibt es einige Schattierungen grau. Von „Ich habe nichts gegen Ausländer, aber…“ über „Ich bin dafür, Asylsuchende aufzunehmen, aber die dürfen nicht besser behandelt werden als ich“ bis hin zu den sogenannten Reichsbürgern, die meines Erachtens nur auf den Zug aufspringen, um wenig subtil ihre Überzeugungen ins Gespräch zu bringen.

Ich rate an dieser Stelle dringend dazu, hier zu differenzieren. Klar hat Deutschland nicht unbeschränkte Kapazitäten. Jedoch sollte man sich – bevor man sich dazu äußert – mit unseren Regelungen bezüglich Asyl beschäftigen. Meiner Erfahrung nach haben das die wenigsten getan, denn sonst wäre klar, dass nicht jedem Asylsuchenden auch solches gewährt wird und dass nicht jeder, dem Asyl gewährt wurde, auch sein Leben lang in Deutschland bleibt. Auf solche Äußerungen wie „Die sollen doch zurück gehen und für ihr Land kämpfen“ möchte ich nicht eingehen, wenn sie von jemandem kommen, der sein Leben lang auf einer bequemen Couch sitzen konnte.

Man merkt vielleicht, ich bin ein Gutmensch. Und ich habe überhaupt kein Problem damit, dass der Mensch für mich wichtiger ist als ein „aber“.

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Ein Gedanke zu “[Politisches] Von Gutmenschen und Hassbürgern

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