[Schottland] Tag 2: Eilean Donan Castle und Victoria Falls

Unseren zweiten Tag in Schottland begannen wir mit dem ersten echten Scottish Breakfast. frühstückDieses besteht aus gebratenem Speck, einem Spiegelei, einem kleinen Bratwürstchen, Black Pudding (einer Art gebratener Blutwurst), Bohnen in Tomatensauce, in Butter geschwenkten Pilzen und einer gedämpften Tomate. Manchmal gibt es auch Haggis dazu (ein fröhliches schottisches Allerlei, das hauptsächlich nach Leber schmeckt). Ich muss sagen, für jemanden, der sonst kein herzhaftes Frühstück zu sich nimmt, fand ich es in Ordnung. Ich habe zwar nur den halben Teller gegessen, weil es unheimlich mastig ist, wenn man sonst morgens nur ein paar Cornflakes isst, aber es war trotzdem eine Erfahrung. In den nächsten Tagen habe ich dann einfach immer gebeten, die Dinge wegzulassen, die ich nicht mochte (Tomate und Würstchen) und hatte dann am Ende einfach ein Frühstück mit Eiern und Speck und manchmal mit Black Pudding. Der ist natürlich absolute Geschmackssache. Ich esse gern Blutwurst, deshalb hat mir diese gebratene Variante davon auch geschmeckt.
Beim Haggis war das ein wenig anders. Wir haben einmal in einem Pub zu Abend gegessen, wo er selbst hergestellt wurde und richtig lecker war. Und einmal habe ich ihn zum Frühstück bekommen, da war er überhaupt nicht lecker. Scheint so zu sein, als bräuchte man da Glück mit dem Koch.

lochgarryNachdem wir ausgecheckt hatten, begaben wir uns auf die über zweistündige Fahrt Richtung Eilean Donan Castle. Wie schon am Tag zuvor mussten wir unterwegs sehr oft anhalten, Fotos machen und die Landschaft genießen. Diese Strecke an der Westküste hoch ist wirklich nichts für Eilige.
Am Loch Garry haben wir etwas ganz Besonderes gefunden, nämlich Inuksuks. InuksuksDas sind kleine Haufen aus Steinen, die von Besuchern dieses Hügels angefertigt wurden. Dieser Brauch kommt von den Inuit und sie dienen Reisenden als Wegweiser und sind Denkmäler für Menschen vergangener Zeiten. Natürlich haben auch wir einen solchen Steinhaufen hinterlassen. Man hat das Gefühl, als würde man einem geliebten, verstorbenen Menschen so den friedlichen Blick auf das Loch ermöglichen.

Endlich am Eilean Donan Castle angekommen, mussten wir uns mit zwei Dingen anfreunden: 1. Es regnete (Überraschung!) 2. viele Touristen. Dennoch war es nicht völlig überlaufen und man kam gut zurecht. Man erreicht das Castle über die Steinbrücke, die auf dem Foto zu sehen ist. Natürlich muss man zunächst den Eintritt bezahlen, um überhaupt hinüber gehen zu dürfen.
eileanDas Eilean Donan Castle wurde im 18. Jahrhundert komplett zerstört und erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom damalige Besitzer, einem Mitglied des MacRae Clans, originalgetreu wieder aufgebaut. donanInteressant ist, dass es dadurch nicht nur die frühneuzeitliche Geschichte widerspiegelt, sondern auch die der 50er und 60er-Jahre, denn der Besitzer ließ neben dem damals für Touristen zugänglichen Teil des Castles auch eine Etage als Wohnraum für seine Familie bauen, die heute noch erhalten und für Touristen zugänglich ist, da die Familie mittlerweile nicht mehr im Schloss wohnt.
castleIm Castle selbst ist fotografieren nicht erlaubt, jedoch lassen sich – wie man sehen kann – auch drum herum durch die wunderschöne Lage am Wasser herrliche Bilder machen.
Ich denke, man sollte dieses Castle gesehen haben, wenn man schon in Schottland ist. Es ist wirklich zauberhaft.

Vom Eilean Donan Castle ging es für uns an der Westküste entlang weiter Richtung Norden. In der Nähe von Slattadale hatten wir uns – eigentlich nur, weil es zufällig auf unserer Route lag – überlegt, auch noch die Victoria Falls anzusehen. Dies ist ein eigentlich kleiner Wasserfall quasi irgendwo im Nirgendwo. Doch dort angekommen gab es eine angenehme Überraschung: Keine anderen Touristen in Sicht! victoriafallsBei dem Wasserfall wurde eine Plattform gebaut, von der aus man den perfekten Ausblick hat und wenn man seitlich am Wasserfall hoch geht, kann man auch vorsichtig auf einen Absatz hinüber und steht dann direkt über dem abfallenden Wasser. Am besten hat uns aber die Friedlichkeit dieses Ortes gefallen, da wir wirklich alleine waren.
Wenn man ganz nach oben stakst, hat man auch noch einen wunderschönen Ausblick auf das Loch auf der gegenüberliegenden Seite der Landstraße.

IMG_2922Beendet haben wir unseren Tag in einem der schönsten Bed & Breakfasts, die ich je gesehen habe, nämlich im Heatherdale in Gairloch, das von einer sehr netten Besitzerin betrieben wird.
Das Zimmer war so schön, sauber, hell… ich war gleich Feuer und Flamme. Weil wir dachten „Warum nicht?“ haben wir sogar das etwas teurere Zimmer mit Meerblick gewählt und das war toll.

Weil wir relativ zeitig in Gairloch angekommen sind und diesen Ort gerade wegen seiner Nähe zum Atlantik gewählt haben, sind wir dann nochmal los, um ans Wasser zu fahren. Zwei Minuten später standen wir am schönsten Sandstrand unseres ganzen Urlaubs. strandDort ist es so, wie man es sich bei einem klassischen Strandurlaub vorstellt, nur eben kühler. Trotzdem musste ich barfuß durch das Wasser laufen und es war großartig. Vor allem, weil wir den Strand ganz für uns alleine hatten und spätestens ab dem Zeitpunkt war klar: In Gairloch hätten wir auch länger als eine Nacht bleiben können. Und nach wie vor ist es so, dass dies unser Highlight in ganz Schottland war.atlantik

Den Abend beendet haben wir im Pub des Ortes, wo es auch wirklich gutes Essen gibt und man die Bedienung kaum versteht. Dann weiß man, dass man in einem authentischen schottischen Ort etwas abseits der klassischen Tourismusgebiete ist.

Hier könnt ihr noch einmal die Route des zweiten Tages ansehen: https://goo.gl/maps/GzaEx

Schottland in 7 Tagen
Tipps und Tricks für eine Rundreise
Tag 1: Doune Castle, Glen Coe-Tal
Tag 2: Eilean Donan Castle, Victoria Falls
Tag 3: Culloden, Clava Cairns
Tag 4: Elgin Cathedral, Biblischer Garten, Pennan
Tag 5: Peterhead, Aberdeen
Tag 6: Linlithgow Palace, Tantallon Castle
Tag 7: Edinburgh Castle

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7 Gedanken zu “[Schottland] Tag 2: Eilean Donan Castle und Victoria Falls

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