[Schottland] Tag 4: Elgin Cathedral, Biblischer Garten, Spey Bay, Pennan

Unser vierter Tag begann nach der erholsamen Nacht in Nairn wirklich gut, hielt aber eine böse Überraschung bereit, doch dazu später mehr.
Dieser Tag sollte geprägt sein von unserem Weg von Nairn herüber zur Ostküste, wobei wir immer küstennah gefahren sind.

elgincath2Unser erster Halt war die Elgin Cathedral. Diese, auch als „Laterne des Nordens“ bezeichnete Kathedrale, wurde im 13. Jahrhundert erbaut, verfiel jedoch im Zuge der Reformation, so dass heute nur noch eine Ruine zu besichtigen ist. Historic Scotland gibt sich hier aber viel Mühe, was man auch deutlich merkt.
elgincath1Die Ruine der Kathedrale ist immer noch sehr beeindruckend. Auf einen der Türme kann man hinauf und von dort sehr gut erahnen, wie die Kirche früher einmal ausgesehen haben muss. Ich fand das Ganze sehr beeindruckend. Um die Kathedrale herum sind Gräber, die man nicht einfach ignorieren sollte. Auch hier ist es interessant, sich einmal die Inschriften durchzulesen und das ganze Gelände auf sich wirken zu lassen. Hier ist so viel Geschichte spürbar, dass es einen regelrecht gefangen nimmt.
Die Elgin Cathedral war auch der Ort, an dem wir den Explorer Pass gekauft haben, von dem ich in „Tipps und Tricks für eine Rundreise“ (Link siehe unten) berichtet habe.

bibgarden1
Direkt gegenüber der Kathedrale liegt der Biblische Garten. Da wir nun schon einmal dort waren, haben wir uns diesen – den man einfach betreten kann, er kostet keinen Eintritt – natürlich auch angesehen. Angelegt wurde der Garten von Studenten und beinhaltet fast alle Pflanzen, die in der Bibel Erwähnung finden. bibgarden3Teilweise sind sogar Steinplatten mit Bibelzitaten zu finden, was mir wirklich gefallen hat. Wir hatten an diesem Tag in Elgin wieder richtig Glück, denn außer uns waren kaum Touristen da und gerade der Biblische Garten war toll. Ich fand es richtig entspannend, bei Sonnenschein hindurch zu wandern und die Pflanzen auf mich wirken zu lassen, ohne Stress, einfach die Seele ein bisschen baumeln lassen.
Ich werde einen extra Eintrag in meinem Blog machen, in dem ich noch mehr Bilder aus dem Biblischen Garten zeige, die Blumen waren einfach zu schön.

speybay2Da wir an diesem Tag keine weiten Strecken zu fahren hatten, entschieden wir uns spontan, das Scottish Dolphin Centre an der Spey Bay auch noch zu besuchen. Dies ist ein richtig ulkiger Ort. An einem wirklich wunderschönen Strand versucht man, Delfine zu entdecken, die immer mal wieder dort zu sehen sind. Entdeckt man einen, geht man in das Dolphin Centre und meldet die Sichtung. Dort kann man auf einer Tafel nachlesen, wann zuletzt Delfine gesehen wurden. Natürlich haben wir keine entdeckt, aber allein das Ausschau halten hat schon richtig Spaß gemacht und am Wasser kann ich mich sowieso stundenlang aufhalten.

pennan2Da ich davon gelesen hatte und es unbedingt einmal selbst sehen wollte, haben wir auch einen minimalen Umweg eingeplant, um uns das Fischerdorf Pennan anzusehen. Hier wurde irgendwann in den 80ern der Film „Local Hero“ gedreht, von dem ich ehrlich gesagt noch nie gehört hatte, aber mich haben die Fotos so angesprochen, dass ich den Ort mal sehen wollte.
Wenn man Richtung Pennan fährt, ist man einmal mehr von einer großartigen Landschaft umgeben. Das Navi zeigt an, dass es nur noch zwei Kilometer bis Pennan sind, aber zu sehen ist absolut nichts. Dann fährt man linkerhand von der Landstraße ab, an einem einsamen Haus vorbei steil die Küste hinunter und steht ganz plötzlich in einem bezaubernden Fischerdorf, zu dem es nur diese eine Zufahrt gibt. pennan1Das ganze Dorf besteht aus einer einzigen Straße, die einmal an der Küste entlang führt, geschätzt etwa 200 Meter lang. Das heißt, man sieht von einem Ende des Ortes hinüber ans andere. So etwas habe ich vorher noch nie gesehen, wirklich unglaublich!
Da das einzige Restaurant in Pennan erst am späten Nachmittag öffnet, sind wir einfach einmal von einem Ende des Ortes ans andere spaziert, haben uns unterhalten und Fotos gemacht und sind dann wieder gefahren. Trotzdem grandios, es mal gesehen zu haben.

Nach Pennan führte uns unser Weg nach Fraserburgh, wo wir unser nächstes Hotel gebucht hatten. Das ist der schlimmste Teil meines Reiseberichtes (und wir reden hier von allen 7 Tagen!), denn das „Royal Hotel“ in Fraserburgh war der Horror! Geplant war, einzuchecken und dann nochmal los zu ziehen zum Leuchtturm und dem dazugehörigen Museum. Im Hotel angekommen hat uns schon ein Empfang erwartet, wie wir ihn noch nie, weder in Schottland noch sonst wo, erlebt hatten. Nämlich gar keiner. Das Hotel war zwar offen, aber die Rezeption nicht besetzt, der Computer aus. Das Hotel leer! Keine anderen Gäste, die herumlaufen, keine Angestellten. Richtig gruselig!
An der Rezeption stand ein Telefon, dabei ein Zettel, wenn man einchecken möchte, möge man doch anrufen. Gesagt, getan, und 5 Minuten später standen wir dem Manager gegenüber. Der einen Jogginganzug trug und ganz ehrlich, in dem Moment hätten wir schon gehen müssen. Aber man will ja nicht vorschnell urteilen, also haben wir eingecheckt und gingen auf unser Zimmer.
Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, weil das ja nicht Sinn dieses Reiseberichtes sein soll, aber so etwas habe ich noch nie gesehen! Brandflecken in der Badewanne, Haare ebenso, totes Geziefer auf den Fensterbänken, kaputte Steckdosen, benutzte Kaffeelöffel bei den Tassen (erkennbar daran, dass alter Kaffee darauf eingetrocknet war). Was uns dann wirklich flüchten ließ war der Spülkasten an der Toilette, dessen Deckel nicht richtig aufgesetzt war. Als wir ihn anhoben, winkte uns der Schimmel zu. Schnellstens haben wir nach einem Hotel in der Nähe gegoogelt, alle Mängel fotografiert (diese Fotos erspare ich euch), dem Manager erbost das Zimmer gezeigt und sensationelle 15 Minuten nach dem Einchecken wieder ausgecheckt.

Unter gekommen sind wir dann zum Glück in Boddam bei Peterhead, etwa 20 km von Fraserburgh entfernt, in dem sehr schönen Seaview-Hotel. Das Hotel liegt auch direkt am Wasser und ist – ganz im Gegensatz zu dem vorher – noch recht neu, sehr sauber und mit wirklich netten Angestellten. Nach einem schönen Abendessen sind wir noch ein wenig am Wasser spazieren gegangen und haben diesen ereignisreichen Tag dann beendet.

Hier könnt ihr die Route dieses Tages nochmal ansehen: https://goo.gl/maps/CQGoc

Schottland in 7 Tagen
Tipps und Tricks für eine Rundreise
Tag 1: Doune Castle, Glen Coe-Tal
Tag 2: Eilean Donan Castle, Victoria Falls
Tag 3: Culloden, Clava Cairns
Tag 4: Elgin Cathedral, Biblischer Garten, Pennan
Tag 5: Peterhead, Aberdeen
Tag 6: Linlithgow Palace, Tantallon Castle
Tag 7: Edinburgh Castle

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8 Gedanken zu “[Schottland] Tag 4: Elgin Cathedral, Biblischer Garten, Spey Bay, Pennan

  1. Pingback: [Schottland] Tag 5: Peterhead und Aberdeen | lenyas round the corner

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  3. Fraserburgh an sich ist ja schon gruselig, aber dieses Hotel toppt den Grausamkeitsfaktor nochmal um Längen. Ja, gut dass wir in Dufftown waren und Fraserburgh nur kurz angesehen haben und zu dem Schluss kamen: Wenn es einen Ort in Schottland gibt, wo man depressiv werden kann – dann hier. Dort wohnen? Muss nun wirklich nicht sein.

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