[Literatur] Kerstin Gier: Silber – Das dritte Buch der Träume

u1_978-3-8414-2168-5Inhalt
Liv Silber ist wieder mit Henry zusammen, doch von Entspannung kann keine Rede sein. Arthur – früher einmal ein guter Freund der Clique, heute gefährlicher Spinner – manipuliert andere in ihren Träumen so, dass sie im realen Leben Dinge tun, die sie bloßstellen und das, ohne es zu wissen.
Wem kann Liv wirklich vertrauen und wer wird die größte Gefahr sein?

Kritik
Ich gebe zu, ich tue mich mit dieser Trilogie von Kerstin Gier schwer. Gerade weil ich wirklich enthusiastischer Fan der Edelstein-Trilogie bin, hat mir bei dieser hier vom ersten Buch an das gewisse Etwas gefehlt. Dieser Moment, in dem man in die Geschichte eingesaugt wird und alles andere um sich herum vergisst. Den gab es leider zu keinem Zeitpunkt. Dabei empfinde ich den Plot selbst als genial! Die Idee, dass man aus seinen eigenen Träumen heraus in einen Korridor treten kann, von dem aus man theoretisch Zugang zu den Träumen aller anderen Menschen hat, ist faszinierend.
Wie dieser Aspekt ausgestaltet ist, ist auch gewohnt großartig gelungen. Man stellt sich wirklich ganz plastisch die verschiedenen Türen vor, die jeweils die Eigenarten des Besitzers widerspiegeln.

Auch in die Nebenfiguren hat Kerstin Gier wieder viel Liebe gesteckt. In diesem dritten Band haben mir besonders Grayson und Mia (Livs Stiefbruder und ihre Schwester) besonders gut gefallen. Auch die Familie selbst ist wirklich zauberhaft dargestellt.

Ich denke, ich habe tatsächlich das größte Problem mit Henry. Während man die Geschichte aus Livs Perspektive erlebt, bleibt er irgendwie farblos. Mir fehlte dieser Aha-Moment, den ich bei „Saphirblau“ hatte, als man gerade unsicher war, ob Gideon es mit Gwendolyn ernst meint oder nur spielt und dann doch nach einem Kampf zugibt, dass er sie liebt. Man hat es ihm einfach abgekauft und das fehlt mir bei der Figur des Henry komplett. Es fehlt insgesamt einfach das Besondere an dieser Beziehung. Liv und Henry kommen rüber wie ein herkömmliches Liebespaar in der Schule, das sich wahrscheinlich irgendwann trennen wird. Ich kann nicht erkennen, was ihre Verbindung zu etwas Besonderem macht. Und das hat mich wirklich gestört.

Also ein großes Plus für den Plot, die Rahmenhandlung und die Nebenfiguren. Ein Minus für die Hauptfiguren und wie ihre Beziehung ausgearbeitet wurde.
Trotzdem liest sich das Buch gewohnt schnell weg und weiß zu unterhalten. Also auf keinen Fall rate ich davon ab, es zu lesen. Gerade für junge Leser, die selbst noch zur Schule gehen (etwa ab 12 Jahren – der Verlag empfiehlt es ab 14 Jahren), ist es die perfekte Geschichte. Und das Cover sieht natürlich wunderschön aus!
8/10 Punkte

Erschienen im Fischer FJB Verlag, Oktober 2015
464 Seiten
Hardcover 19,99 Euro
E-Book 18,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: http://www.fischerverlage.de/

Die Silber-Trilogie
1) Silber – Das erste Buch der Träume
2) Silber – Das zweite Buch der Träume
3) Silber – Das dritte Buch der Träume

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