[TV-Tipp] Crime: Bones und Castle – ein Vergleich

Ich habe schon einige Jahre Bones geschaut, bevor ich mit Castle begonnen habe. Beide Serien sind auf ihre Art genial, wer eine von beiden oder keine (gibt es das?) kennt, darf auf den folgenden Vergleich gespannt sein.

Bones
Das Großartige an Bones ist die Komplexität. Temperance Brennan (gespielt von Emily Deschanel) ist forensische Anthropologin. Das heißt, sie beschäftigt sich mit Knochen. Dort, wo der normale Gerichtsmediziner an seine Grenzen stößt, kommt sie ins Spiel. Tempe ist sowohl genial, ich würde meinen, die Beste auf ihrem Gebiet, gleichzeitig aber auch in ihrem Sozialverhalten etwas eingeschränkt. Eben so, wie man sich einen echten Nerd (weit ab von der leicht satirischen Variante, die man aus The Big Bang Theorie kennt) vorstellt. Die Serie setzt dort an, wo das FBI ihre Hilfe bei einem Fall braucht. So wird sie die Partnerin von Agent Seeley Booth (David Boreanaz). Gemeinsam lösen sie – mit Hilfe ihres forensischen Teams im Jeffersonian Institute – brisante Fälle rund um Morde, die vor nicht allzu langer Zeit geschehen sind, bis hin zu solchen, die bereits Jahre zurück liegen. Nach anfänglichen „Murder of the Week“-Folgen gibt es in den späteren Staffeln auch folgenübergreifende Handlungsstränge, die einem gefallen müssen. Jedoch wird die Serie hervorragend von der Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren getragen.

Castle
Castle ist dagegen, was die Rahmenhandlung betrifft, ein wenig einfacher gestrickt. Richard Castle (Nathan Fillion) ist ein erfolgreicher Krimiautor, der vom NYPD befragt wird, als Morde nach dem Vorbild seiner Bücher begangen werden. Dabei lernt er Detective Kate Beckett (Stana Katic) kennen und ist fasziniert von ihr. Was wäre, wenn er für seine Bücher direkt beim NYPD recherchieren könnte? Beckett ist alles andere als begeistert von Castle, der ihrer Meinung nach „wie ein siebenjähriger auf Zuckerschock“ ist. Da er aber gut mit dem Bürgermeister befreundet ist, kann er die ungewöhnliche Partnerschaft durchsetzen und so beginnt das ungleiche Gespann, Morde aufzuklären.
Der Reiz dieser Serie ergibt sich definitiv aus dem Witz der Dialoge zwischen Beckett und Castle. Im Laufe der Staffeln werden auch die Fälle interessanter und man investiert immer wieder Zeit, um die Hintergrundgeschichten der Figuren (auch der Nebenfiguren) zu beleuchten, was wirklich interessant ist.

Vergleich
Ich hatte ehrlich gesagt, als ich mit Castle angefangen habe, eine ähnlich spezielle Serie wie Bones erwartet. Bei Bones geht es nicht um herkömmliche Polizeiarbeit, sondern um Mordfälle, bei denen die Polizei mit der normalen Spurensuche nicht mehr weiter kommt. Hier werden Mikrospuren an Knochen untersucht, aber auch kleinste Spuren von Sporen, Pflanzen oder z.B. Larven führen zur Wahrheit. Allein die Ermittlungsarbeit ist wahnsinnig spannend und die Haupt- und Nebendarsteller sind sehr gut ausgesucht und sorgen dafür, dass man regelrecht süchtig nach der Serie wird.
Aus diesem Grund war ich nach der ersten Folge von Castle auch ein wenig enttäuscht. Auf den ersten Blick ist dies eine klassische Polizeiserie. Das NYPD ermittelt auf die jedem bekannte Weise, die man schon x-mal gesehen hat und die wesentlich weniger raffiniert ist als bei Bones. Den ersten Reiz dieser Serie – und auch den Ansporn, über die erste Folge hinaus weiter zu sehen – liefert tatsächlich Richard Castle. Ein frecher, kluger und gewitzter Krimiautor, der sich ins NYPD reinschmuggelt und sich an eine knallharte Ermittlerin hängt. Der Namensgeber der Serie macht hier tatsächlich den Hauptreiz aus. Einfach nur bei Polizeiarbeit zuzusehen ist langweilig. Aber er bringt Schwung in die Sache und hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen.
Im Laufe der Zeit werden auch die Nebenfiguren gut aufgebaut und die Serie wird tatsächlich im Laufe der Staffeln immer besser und spannender.

Fazit: Castle oder Bones?
Ganz klar: Castle UND Bones! Beide Serien verbindet die Verbrechensbekämpfung, und doch sind beide ganz unterschiedlich, was aber keine schlechter als die andere macht. Im Gegenteil garantieren tatsächlich beide viele Stunden spannender Unterhaltung.

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