[Zitat] Colours

This world is not made of shades of grey. It is made of colours like azure and coral and emerald and marigold. But it insists on painting everything in black and white and fitting it into boxes that it understands. Do not do that to yourself. Paint your personality a million different colours. Leave them scratching their heads, unsure of how to handle the magic that you are.

-Nikita Gill-

Übersetzung:
Diese Welt besteht nicht aus Schattierungen von grau. Sie besteht aus Farben wie azur und koralle und smaragdgrün und butterblumengelb. Aber sie beharrt darauf, alles in schwarz und weiß zu malen und es in passende Boxen zu packen, um es zu verstehen. Tu dir das nicht an. Male deine Persönlichkeit in einer Million verschiedenen Farben. Lass sie sich ihre Köpfe zerbrechen, unsicher zu sein, wie sie mit der Magie umgehen sollen, die du bist.

Nikita Gill veröffentlicht ihre Gedichte und Prosa auf ihrer Tumblr-Seite. Mich hat der Text berührt, er passt thematisch zu meinen Gedanken über das Etikettieren von Menschen. Wir müssen nicht immer alles genau definieren können. Manchmal reicht es, die vielen Farben zu sehen.

Scheut euch ruhig mal bei Nikita um: http://meanwhilepoetry.tumblr.com/

 

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[Literatur] I want it that way von Ann Aguirre

4c8f38ecf9Inhalt
Nadia zieht mit ihrer besten Freundin und zwei Freunden in eine WG. Da sie alle Studenten sind, ist das eine bequeme Lösung, auch wenn in dem Haus sonst keine Studenten leben. Direkt am Tag des Einzugs lernen sie den mürrischen Nachbarn Ty kennen, der zwar auch noch relativ jung und wirklich gutaussehend ist, aber auch bereits Vater eines kleinen Jungen und zudem alles andere als charmant.
Trotzdem ist Nadia fasziniert von ihm und die beiden lernen sich langsam besser kennen. Doch sie merken schnell, dass ihre Leben sehr unterschiedlich sind…

Kritik
Schon ewig wollte ich mal etwas von Ann Aguirre lesen und habe mir trotzdem nie die Zeit für ihre (angeblich tollen) Sci-Fi-Romane genommen. Als nun eines ihrer New Adult-Bücher auf deutsch erschien, wollte ich es unbedingt lesen. Der Plot klingt sehr interessant: Unbedarfte Studentin verliebt sich in den mürrischen, aber heißen Nachbarn, der nur wenige Jahre älter ist als sie, aber an einem ganz anderen Punkt seines Lebens steht. Normalerweise schaffen es gute New Adult-Bücher, aus einem relativ simplen Plot richtig gute Geschichten zu machen. Leider fehlte mir hier jedoch einiges, um das auch von Aguirres Story behaupten zu können.

Nadia ist eine Studentin, die durchaus hart arbeitet, um ihr Studium zu finanzieren. Sie hat klare Vorstellungen von ihrer Zukunft im Bereich der Pädagogik und ist fleißig. Doch gerade im Umgang mit Ty, der sehr viel Verantwortung trägt, kommt sie einem mehr als einmal regelrecht naiv und weltfremd vor. Es ist, als suche sie nach einer netten Collegebeziehung, die gern irgendwann mal etwas Festes werden darf, während Ty eigentlich gar keine Beziehung sucht, weil er sowieso schon genug zu tun hat.
Gerade auch die Entwicklung seiner Figur hat mich enttäuscht. Es scheint, als hätte die Autorin über ihren Fantasiemann geschrieben und nicht versucht, ihn realistisch darzustellen. Ty ist ziemlich schnell mit tiefschürfenden Liebesbekundungen bei der Hand, die er aber dann (um den Leser bei der Stange zu halten) wieder relativiert, weil er ja eigentlich keine Zeit für eine Beziehung hat und Nadia diese auch nicht aufbürden will.

Das Buch lässt sich eigentlich schön weg lesen, aber mir war es dann doch eine Portion zu viel Schmalz, muss ich gestehen. Ich weiß noch nicht, ob ich den zweiten Band „As long as you love me“ tatsächlich lesen möchte, in dem es um Nadias beste Freundin Lauren geht. Da die Nebenfiguren wirklich gut ausgearbeitet und sympathisch waren, lohnt sich vielleicht ein Blick. Und falls es jemandem noch nicht aufgefallen ist: Die Autorin entlehnt ihre Buchtitel dieser Serie aus Songs der Backstreet Boys.
8/10 Punkte

Erschienen bei Mira Taschenbuch, August 2015
Originaltitel: I Want It That Way
352 Seiten
Taschenbuch 9,99 Euro
E-Book: 9,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: http://www.mira-taschenbuch.de/

[Zeitgeschehen] Über die Resignation gegen Fremdenhass

Schon seit vielen Jahren, seit ich mich als Jugendliche einmal mit der Thematik beschäftigt habe, bin ich gegen Fremdenfeindlichkeit, Fremdenhass, Rassismus, Ausgrenzung… all diese Synonyme, die für dieselbe Sache stehen. Gerade auch, weil ich mich in meiner Ausbildung auf Geschichte spezialisiert habe, ist es mein dringendster Wunsch, dass sie sich nicht wiederholen möge.

Nun sind wir ganz aktuell bereits seit einigen Monaten in einer Extremsituation. Hunderttausende Menschen kommen in unser Land und viele Deutsche haben Angst. Das kann ich verstehen. Man muss realistisch genug sein, sich einzugestehen, dass wir nicht wissen, wie es weiter gehen wird. Wie sich die Situation in einigen Jahren entwickelt haben wird. Dafür habe ich vollstes Verständnis und möchte diese Ängste auch niemandem absprechen oder ausreden.

Wofür ich – und das wird auch immer so bleiben – kein Verständnis habe, ist das Fremde abzulehnen und offen zu sein für Verschwörungstheorien und Verallgemeinerungen. Die große Errungenschaft des Internets zeigt ganz ungefiltert und mit erschreckender Klarheit, wie viele Menschen ihre Ängste und Vorurteile dadurch aufarbeiten, dass sie den schlimmsten möglichen Ausgang der Situation als vorherbestimmt ansehen. Noch erschreckender ist, wie viele andere sich davon mitreißen lassen.
Warum ist das Radikale so viel attraktiver als die Menschlichkeit? So viel beeindruckender als Toleranz? Geschichtlich betrachtet sind Menschenrechte und Toleranz, gerade was Religion angeht, noch sehr jung. Man beruft sich also auf das Althergebrachte und lehnt das Fremde ab. Nun sind aber auch Glaubenskriege geschichtlich betrachtet ein gängiger Weg, um Religionen zu unterdrücken. Ist es nicht paradox, dass wir an unserer alten, menschenfeindlichen Haltung festhalten, WEIL wir Angst vor einem Glaubenskrieg haben? Beides geht – und das ist historisch belegt – Hand in Hand. Wir werden also eher einen Krieg auslösen, wenn wir das Fremde ablehnen, beleidigen, Gebäude anzünden. Das ist Fakt, daran lässt sich nichts schön reden.

Nun ist meine Meinung ja, dass man nicht weghören sollte, wenn jemand rechtsradikale Parolen schmettert. Die Erfahrung zeigt zwar, dass solche Menschen unbelehrbar sind, aber trotzdem habe ich mich dagegen entschieden, einfach still zu sein. Dass ich deren Meinung nicht ändern kann heißt nicht, dass ich nicht an der Meinung der Mitleser bauen kann. Im Vertrauen darauf, dass menschenverachtend zu denken nicht jedem als selbstverständlich erscheint.
Viele Wochen lang habe ich diesen Sommer regelrecht erbittert Aufklärung betrieben und gegen Vorurteile und Unwissenheit gekämpft. Sowohl in meinem täglichen Leben als auch im Internet habe ich mich bei jeder Diskussion eingemischt. Zum ersten Mal das Gefühl, aufgeben zu müssen, hatte ich, als der kleine Junge an der türkischen Küste gefunden wurde. Der Dreijährige war ertrunken, als der Schlepper unterging, mit dem seine Eltern, sein Bruder und er geflüchtet sind. Schon einen Tag später ging die Meldung durch das Netz, dass ein junger Mann verhaftet wurde, der öffentlich bei Facebook gefeiert (!) hat, dass dieses Kind gestorben ist. Ein Kind sei noch zu wenig, hieß es. Und ich fühlte mich ohnmächtig. Ich kann so viel reden, wie ich will. Gegen diese Art von Hass, bei der ein Menschenleben nichts Wert ist, komme ich nicht an. Diese Art von Hass, bei der man einem Kind den Tod wünscht und ihn sogar feiert. Wenn es Menschen gibt, die so schlecht sind, dann kann ich nichts dagegen tun.
Dieses Gefühl der Machtlosigkeit wird auch nicht besser, wenn Fremdenfeindlichkeit im engsten Umfeld Einzug hält. Man hat Bedenken. Man möchte nicht benachteiligt werden. Und das, nachdem ich Monate damit zugebracht habe, Aufklärung zu leisten. Ich habe das Gefühl, am Limit zu sein. Resigniert. Ausgebrannt, was dieses Thema angeht. Ich rede und rede, aber niemand hört wirklich zu. Ich weiß nicht, ob Radikale immer die lautere Stimme haben werden, aber es kommt mir im Moment sehr oft so vor. Und das Traurige ist, dass ich viel mehr Menschen kenne, die anfangs noch zumindest neutral gegenüber der Flüchtlingsfrage waren und mittlerweile hohle Phrasen nachplappern, als solche, die radikal eingestellt waren und sich von guten Argumenten und einem Apell an Menschlichkeit überzeugen ließen. Letztere kenne ich eigentlich gar nicht.
Das, was uns hier und heute verloren geht, gibt uns niemand mehr zurück. Ich denke, dass unsere Menschlichkeit mehr wert sein sollte, als der Kram, den wir um uns ansammeln. Viele haben diese Einstellung verloren. Niemand gibt sie ihnen zurück, also was passiert mit ihnen?

Blogger für Flüchtlinge – #bloggerfuerfluechtlinge

BFF_1508_ButtonBlau2-300x300Ich habe ja bereits in diesem Artikel meine Position recht deutlich gemacht. Nun wurde ich auf die Aktion „Blogger für Flüchtlinge“ aufmerksam gemacht und beteilige mich sehr gerne daran.

Es ist erschreckend, was nun seit einigen Wochen in Deutschland los ist. Dass Personen auf die Straße gehen und wütende Hassparolen schreien, dass Gruppierungen versuchen, gefährliches und menschenverachtendes Gedankengut wieder populär zu machen, dass sie so viele finden, die unreflektiert ihre Augenwischerei akzeptieren.
Es werden Flüchtlingsheime angezündet und da sind Deutsche, die meinen, sie stünden über dem Gesetz und könnten sich alles erlauben. Das kann so nicht weiter gehen!

Nun, da ich schon einige Diskussionen mit „Ich bin kein Nazi, aber…“-Leuten hatte, weiß ich, dass diese nichts bewirken. Sie sind logischen, menschlichen oder empathiefördernden Argumenten nicht zugänglich. Beängstigend, wie tief verwurzelt diese Form der Radikalität ist. Und ja, mir als Mutter tun vor allem die Kinder leid, die nach wie vor mit solchem Gedankengut aufwachsen.
Gerade erst wurde ich gefragt, warum ich mich dennoch ständig auf solche Diskussionen einlasse, wo sie doch nichts bewirken. Ich habe eine Weile darüber nachgedacht und bin mir ganz sicher: Ich will niemand sein, der so etwas toleriert. Ich will niemand sein, der Menschen in Besser und Schlechter unterteilt.. Vielleicht, weil ich nie besonders viel Interesse am Fach Erdkunde hatte, ist es mir vollkommen egal, woher ein Mensch kommt. Mir ist wichtig, dass er ein Mensch ist. Und ich kann mich momentan mit vielen Deutschen nur sehr wenig identifizieren. Ich habe eine Stimme und benutze sie jeden Tag für Tausende von Wörtern. Dann werde ich sie verdammt nochmal auch benutzen, wenn der Mensch kein Mensch mehr sein darf. Das eigentlich Gefährliche, so lernen wir es aus der Geschichte, sind die, die den Mund nicht aufmachen.

Was für ein Mensch möchtest du sein?

Für jeden, der meine Einstellung teilt und sich fragt, was er tun kann, um zu helfen: Über die Aktion #bloggerfuerfluechtlinge wird diese Spendenaktion publik gemacht.
Wenn ihr direkt vor Ort ein Flüchtlingsheim und die Möglichkeit dazu habt, fragt ruhig nach, ob ihr vor Ort helfen könnt.
Außerdem hat zum Beispiel http://www.rebuy.de eine tolle Aktion, bei der man sich kostenlos einen Versandschein an das Deutsche Rote Kreuz ausdrucken kann, um so ganz umsonst ein Paket mit Kinder- und Jugendkleidung, Spielzeug oder Kinderbüchern (gern auch in anderen Sprachen), die man zu Hause hat, zu versenden, welche das DRK dann an Flüchtlinge verteilt.

Helfen kann jeder! Der erste Schritt ist, deutlich zu machen, dass ihr Fremdenhass nicht toleriert.

-> Liebe Blogger, besucht die Homepage http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de/

[Politisches] Von Gutmenschen und Hassbürgern

Ich kann nicht sagen, dass ich jemand bin, der politisch über die Maßen interessiert ist und sich täglich die politischen Ereignisse zu Gemüte führt und sie analysiert. Trotzdem empfinde ich es mittlerweile als nötig, mich hier auf meinem Blog zu diesem sehr brisanten Thema zu äußern. Spätestens, seit ich mit einem ehemaligen Mitschüler aneinander geraten bin, weil unsere Meinung zur Flüchtlingsfrage sehr weit auseinander ging, nehme ich eine Tendenz in der Haltung vieler Deutscher wahr, die ich als gefährlich empfinde. Weiterlesen

Trauerbewältigung

Es ist ja immer ganz nett, einen eigenen Blog zu haben und über die Dinge schreiben zu können, die einem am Herzen liegen. In meinem Fall sind das die Fragen, die mich zur Kindererziehung umtreiben sowie die Bücher, Filme und Serien, die mich begeistern und ich nehme mir mit diesem Blog auch einfach den Luxus, über alles zu schreiben, das mich irgendwie interessiert oder beschäftigt. Weiterlesen

[Zeitgeschehen] Warum Respekt uns so schwer fällt

Fast einen Tag lang ist es mir gelungen, den Medienberichten zu diesem Flugzeugabsturz aus dem Weg zu gehen. Die Tatsache, dass dort junge Familien, Kinder, Menschen, denen eine Zukunft zugestanden hätte, umgekommen sind, war schlimm genug. Von Spekulationen wollte ich nichts wissen, ich besitze diese Gaffer-Mentalität, die man auf Autobahnen nach Unfällen beobachten kann, einfach nicht. Weiterlesen

Hallo Welt!

Auf dieser Seite möchte ich allerhand veröffentlichen, was mich interessiert, beschäftigt, inspiriert.

Ich hatte vor Jahren schon einmal einen Literaturblog, doch immer das Gefühl, dass mir diese eingeschränkte Form des Bloggens nicht genügt. Deshalb versuche ich mich nun hier an einem Blog, der alle Bereiche, über die ich etwas zu sagen habe, abdeckt.