[Literatur] Jonas Zauels: Alle Farben der Nacht

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Emilia ist unglücklich. Sie ist jung und fühlt sich allein, sucht ihren Weg. Sie betäubt sich mit Alkohol und Drogen. Sie versucht zu vergessen und zu entkommen. Erinnerungen, Gefühlen, der Realität.

Kritik

Ich glaube, ich habe noch nie eine so knappe Inhaltszusammenfassung geschrieben. Aber sie drückt exakt aus, worum es für mich in diesem Buch ging und jede weitere Information würde vielleicht zu viel von der Geschichte vorwegnehmen.

Zunächst muss ich sagen, ich habe mich mit diesem Buch ein Stück aus meiner Komfortzone heraus gewagt. Generell passt es vom Subgenre New Adult her definitiv in mein Beuteschema, aber ich lese ja normalerweise eher Wohlfühlbücher, wobei New Adult auch immer wieder Themen beinhaltet, die schwer zu verdauen sind. Aber das hatte hier eine andere Qualität.
„Alle Farben der Nacht“ ist kein Buch zum Wohlfühlen. Es ist beklemmend, und zwar von der ersten Seite an. Nach dem Prolog und dem ersten Kapitel dachte ich kurzzeitig darüber nach, abzubrechen, weil es für mich schwer zu ertragen war, wie Emilia so ohne Hoffnung und teilweise ohne jede Verbindung zu ihrem eigenen Selbst zu sein scheint.
Jonas Zauels, der Autor, eröffnet die Geschichte in der personalen Erzählperspektive aus Emilias Sicht, und doch auch wieder nicht. Man hat zwar das Gefühl, die Geschichte wird aus Emilias Sicht berichtet, aber auch so, als würde sie ihr eigenes Leben aus einer Blase heraus distanziert betrachten.
Zudem zeigen die kurzen, abgehackten Sätze, mit denen die Geschichte zu Beginn erzählt wird, dass sie kaum einmal nüchtern ist. Dass sie ihr eigenes Leben nicht in ihrer Hand hat. Dass sie kommunizieren möchte, aber doch keinen Sinn darin sieht. Der Schreibstil vermittelt eine Hoffnungslosigkeit, die wirklich beklemmend für mich war. Erinnert hat mich dieser Stil stark an Elfriede Jelinek, die zu lesen mir aus denselben Gründen ebenfalls sehr schwer gefallen ist.

Warum habe ich trotzdem weiter gelesen? Ganz ehrlich, es ging nicht anders. Man wartet darauf, dass Emilia einen Weg heraus aus ihrem Unglück findet, dass sie nein sagt zu Drogen, dass sie der Wahrheit ins Gesicht blickt. Dass die Menschen, die ihr begegnen, vielleicht zu ihr durchdringen.
An einer gewissen Stelle im Buch hat es dann bei mit „Klick“ gemacht und ich wusste ungefähr, wo die Reise hingeht, aber gerade das hat mich noch stärker motiviert herauszufinden, ob ich mit meinen ganzen Vermutungen richtig lag.

Ich möchte dieses Buch, anders als ich es sonst tue, nicht mit Punkten bewerten, weil ich normalerweise das Wohlgefühl, das ein Buch in mir ausgelöst hat, als Grundlage dafür nehme. Das ist hier nicht möglich. „Alle Farben der Nacht“ ist kein Buch zum Wohlfühlen, das soll es auch nicht sein. Es zieht einen wie ein Sog in das beklemmende Gefühl hinein, in Emilias Haut zu stecken. Und ich denke im Kern vermittelt es ganz großartig, wie viel man in einem jungen Menschen kaputt machen kann und wie sich dies auf sein ganzes Selbst auswirkt. Wie manche Menschen einfach die Verbindung zu ihrem Selbst verlieren, ohne greifen zu können, was mit ihnen geschehen ist oder wie sie es wieder zurück erlangen können.

Meine Rezension mag kryptisch klingen, aber das ist dieses Buch auch zu einem Teil. Trotzdem empfehle ich es für jeden, der etwas Anspruchsvolles, jenseits des Mainstreams lesen will und der keine Angst hat, seine Komfortzone zu verlassen. Gerade weil Jonas Zauels, wie ich erstaunt festgestellt habe, noch ein junger Autor in den Zwanzigern ist, ist dieses Buch empfehlenswert, denn er stellt Emilia bedrückend authentisch dar und das, obwohl es sein Erstlingswerk ist.

Erschienen im Ulrike Helmer Verlag, März 2017
176 Seiten
Taschenbuch 12,95 Euro
E-Book 8,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: https://www.ulrike-helmer-verlag.de/

[Literatur] Jay Crownover: The Point – Entfesselte Sehnsucht (The Point #1)

9783956495014_8Inhalt

Bax kommt aus dem miesesten Stadtteil, den man sich vorstellen kann: The Point. Nach vier Jahren im Gefängnis ist er nun endlich wieder auf freiem Fuß und hat vor, herauszufinden, was damals wirklich passiert ist. Koste es, was es wolle.

Wie er schon sehr bald erfährt, ist sein bester Freund Race abgehauen, doch eine Spur führt ihn zu dessen Schwester Dovie, von der er bisher gar nichts wusste. Bax beschließt, Dovie im Auge zu behalten und auf sie aufzupassen. Zum einen, um sie zu beschützen, denn sie ist die Schwester seines besten Freundes und in The Point lauern gefährlichere Kerle in der Dunkelheit als sonst wo. Zum anderen, weil er so nah genug an Race dran ist, um sich zu rächen, sollte dieser an seiner Verhaftung schuld sein.

Kritik

Über diesen ersten Band der The Point-Reihe hatte ich vorher relativ schlechte Bewertungen gelesen und auch gehört. Das wunderte mich deshlab, weil ich die beiden Romane der Autorin aus einer anderen Serie – „In seinen Augen“ und „In seiner Stimme“ – wirklich gut fand. Doch schon, wenn man den Klapptext las, war klar: The Point wird anders sein. Rauer, gefährlicher, schonungsloser. Schon in dem kurzen Text bevor das Buch losgeht versucht die Autorin, den Leser darauf vorzubereiten, dass hier etwas anderes kommt, als man gewöhnt ist. Sie wollte unbedingt über einen echten Bad Boy schreiben. Keinen, der so weichgespült ist wie es häufig in Romanen der Fall ist, sondern einen authentischen.

Zu Beginn hatte ich meine Probleme mit dem Buch. Ständig denkt Bax über sich selbst, wie gefährlich er doch ist. Auch Dovie umtreibt dieser Gedanke permanent und bei mir entstand der Eindruck, dass Crownover versucht, einen Bad Boy dadurch zu erschaffen, dass er einfach ständig meint, er wäre einer.
Es hat bei mir sehr genau bis zur Hälfte des Buches gedauert, und dann wurde es wirklich spannend und vor allem stimmig. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin erst an diesem Punkt wirklich mit ihren Figuren im Reinen war und ab diesem Zeitpunkt wusste, wohin die Reise geht.
Also ja, es ist ihr tatsächlich gelungen, über einen echten Bad Boy zu schreiben. Und mir hat sich dann auch sehr gut erschlossen, wieso sich die Beziehung zwischen ihm und Dovie in diese Richtung entwickelt. mehr werde ich dazu natürlich nicht verraten.

Wer gerne mal ein wenig härtere Kost mag und unnahbare Antihelden zu schätzen weiß, der ist hier wohl genau an der richtigen Stelle. Ich würde raten, probiert einfach mal aus, ob diese Geschichte etwas für euch ist.

9/10 Punkte

Erschienen im Mira-Verlag, 320 Seiten
Originaltitel: Better when he’s bad
Taschenbuch 9,99 Euro
E-Book 9,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: https://www.harpercollins.de/mira-taschenbuch/

The Point
1) Entfesselte Sehnsucht
2) Wilde Hingabe
3) Unbändige Begierde (erscheint im November 2016)

[Literatur] Cora Carmack: Forever in Love – Keine ist wie du (Rusk University #2)

93ea600bdfa78090Inhalt

Dylan und Silas lernen sich an dem wohl ungewöhnlichsten Ort kennen: Im Gefängnis. Obwohl sie nach einigen Stunden wieder raus sind, werden sie einander danach trotzdem nicht mehr los.
Silas, der ehrgeizige und ein wenig arrogante College-Footballer droht, aus seinem Team zu fliegen. Dylan wiederum, die übermäßig höfliche und bemüht korrekte Bilderbuchtochter, sind – wie sich herausstellt – aufeinander angewiesen. Aufgrund ihrer Gegensätzlichkeit schließen sie einen Deal, der ihr Leben verbessern soll…

Kritik

Silas kennt man schon aus dem ersten Buch der Serie, wo er ein ziemlicher Kotzbrocken war. Man konnte auch da schon erahnen, dass eigentlich mehr dahinter steckt, deshalb war ich auf dieses Buch auch sehr gespannt.

Die beiden Hautfiguren lernen sich im Gefängnis kennen – ein spannender Beginn für eine Beziehung. Silas ist ein Hitzkopf, den das ordentlich in Schwierigkeiten  bringt, weil er Gefahr läuft, das einzige zu verlieren, an dem ihm wirklich etwas liegt: Football. Dylan scheint auf der Suche nach sich selbst zu sein und die beiden schließen einen interessanten Pakt: Sie versucht, Silas zu helfen, sein Temperamt wieder in den Griff zu bekommen, wenn er ihr hilft, mehr sie selbst zu sein und nicht nur eine Ja-Sagerin.

Dylan und Silas verbindet eine schwierige Familiengeschichte. Nachdem Dylan als Kind etliche Zeit im Heim gelebt hat, wurde sie mit 9 Jahren adoptiert und versucht seitdem, dem Anspruch ihrer Eltern und ihres Umfeldes gerecht zu werden, um die beweisen, dass sie ihr neues Leben auch verdient. Silas dagegen hat eine sehr unsympathische Mutter, die sich nicht wirklich für ihn interessiert. Er kommt aus ärmlichen Verhältnissen und will etwas Besseres aus seinem Leben machen, jedoch verschweigt er seine Herkunft lieber, ebenso wie Dylan. Dass die beiden, die so gegensätzlich sind, sich am Ende zueinander hingezogen fühlen, verwundert nicht. Mir hat dabei vor allem Silas‘ bedingungslose Zuneigung berührt. Als Dylan diese aufgrund ihrer eigenen Bedenken nicht annehmen kann, ist er verletzt und schlägt (im übertragenen Sinne) wieder um sich.

Insgesamt ist dieses Buch eine absolute Leseempfehlung, wie es auch der erste Band der Serie schon war.

10/10 Punkte

Erschienen im Lyx-Verlag, Dezember 2015
Originaltitel: All broke down
384 Seiten
Taschenbuch 9,99 Euro
E-Book 8,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: https://www.luebbe.de/lyx

Rusk University
1) Das Beste bist du
2) Keine ist wie du
3) Meine Nummer eins
4) Dir so nahe (erscheint im Februar 2017)

[Literatur] Cora Carmack: Forever in Love – Meine Nummer eins (Rusk University #3)

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Nell war immer fleißig und strebsam, ihre gesamte Collegezeit hindurch. Nun, kurz vor dem Abschluss, hat sie das Gefühl, die typischen Collegeerfahrungen verpasst zu haben. Deshalb erstellt sie eine Liste mit Dingen, die sie vor ihrem Abschluss noch erleben will. Blöderweise bekommt der Footballspieler Mateo Torres einen Teil der Liste zu sehen und setzt sich in den Kopf, Nell bei der Umsetzung zu helfen…

Kritik

Ich habe bereits die anderen beiden Bücher der Reihe sehr gerne gelesen und Mateo hat mich sowieso sehr interessiert. Er kam immer so rüber, als würde er wenig ernst nehmen und sei ein Spaßvogel. Gerade bei solchen Charakteren erwartet man, dass dahinter mehr stecken muss. Ich gestehe, die Kombination aus College und Football (bzw. Sportarten generell) finde ich großartig.

„Meine Nummer eins“ ist eine sehr schön zu lesende, kurzweilige Geschichte. Nell ist eine ziemliche Streberin, für die ihr Abschluss immer an erster Stelle stand, und die deshalb auf alle wilden Dinge, die man auf dem College so erlebt, verzichtet hat. Die Idee mit der Liste fand ich sehr interessant und sie stellte das perfekte Bindeglied zwischen ihr und Mateo dar. Es ist aüßerst unterhaltsam, Nell dabei zu begleiten, die einzelnen Erfahrungen abzuhaken.
Mateo besser kennenzulernen hat wiederum viel Spaß gemacht und tatsächlich ist er ein ganz anderer Typ, als er nach außen hin gerne vorgibt. Natürlich trotzdem fröhlich und manchmal leichtfertig, aber er ist auch sehr loyal und interessiert sich für andere.

Anders als viele andere New Adult-Geschichten beschäftigt sich diese nicht mit einem schwerwiegenden Thema und ist deshalb einfach eine schöne Wohlfühllektüre. Generell lesen sich die Bücher von Cora Carmack einfach gut weg. Sehr zu empfehlen für einen verregneten Nachmittag oder einen kuscheligen Leseabend im Bett.

9/10 Punkte

Erschienen im Lyx-Verlag, Juni 2016
Originaltitel: All played out
318 Seiten
Taschenbuch: 9,99 Euro
E-Book: 8,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: https://www.luebbe.de/lyx

Rusk University
1) Das Beste bist du
2) Keine ist wie du
3) Meine Nummer eins
4) Dir so nahe (erscheint im Februar 2017)

[Literatur] J. Lynn: Forever with you (Wait for you #6)

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Stephanie tritt ihre erste Stelle nach dem Abschluss an. Dabei führt es sie in die Nähe von Philadelphia, zum ersten Mal weit weg von zu Hause. Gleich am ersten Abend lernt sie in der Kneipe Monas Nick kennen, der dort als Barkeeper arbeitet. Nick hat genau wie sie nicht viel für Beziehungen übrig und bevorzugt es zwanglos. So kommt es zu einem One Night Stand der beiden. Gerade als sie ihre festgefahrenen Vorstellungen in Frage stellen und sich an einer Freundschaft versuchen wollen, finden sie etwas heraus, dass ihr Leben von Grund auf ändern wird…

Kritik
Stephanie und Nick kennt man bereits aus den anderen Bänden der Serie. Nick arbeitet in der Kneipe Monas und war bisher eher der grüblerische, aber loyale Zeitgenosse. Viel hat man über ihn persönlich nicht erfahren.
Steph kannte man vor allem aus den ersten beiden Bänden, die an der Uni gespielt hatten. Dort hatte sie den Ruf, häufig wechselnde Partner zu haben und man wurde nicht wirklich schlau aus ihr, weil sie nur am Rand vorkam.

In diesem Buch war sie mir aber von Anfang an sympathisch. Etwas undurchsichtig ist, worauf sich die Anziehung der Beiden zueinander eigentlich gründet, doch es scheint auch für sie nicht greifbar zu sein.
Im Laufe der Handlung ergibt sich eine Wendung, die man aufgrund des Klappentextes nicht erwartet und mit der ich ein wenig Probleme hatte, auch wenn ich hier nicht vorweg nehmen möchte, um was genau es sich handelt. Der Plot ist ab diesem Zeitpunkt eher stereotyp und wenn man diese Art von Geschichte bereits gelesen hat, weiß man auch, wie sie sich entwickeln wird. Gespickt mit vielen Unsicherheiten und wenig klärenden Gesprächen, störte mich das etwas.

Deshalb war dies leider der bisher schwächste Band der Serie für mich. Natürlich lässt sich die Geschichte trotzdem flüssig lesen und ist auch unterhaltsam, aber mir hat hier doch ein wenig Tiefgang gefehlt, wie ihn die anderen Bände doch eher hatten.
8/10 Punkte

Erschienen im Piper-Verlag, Februar 2016
Originaltitel: Forever with You
432 Seiten
Taschenbuch: 9,99 Euro
E-Book: 8,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: https://www.piper.de/

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1) Wait for You
2) Be with Me
3) Trust in Me
4) Stay with Me
5) Fall with Me
6) Forever with You
7) Fire in You (erscheint im August 2016)

[Literatur] Jamie McGuire: Beautiful Redemption (Maddox Brothers #2)

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Liis Lindy tritt eine neue Stelle beim FBI an und möchte vor ihrem ersten Arbeitstag einen Drink in der Bar gegenüber ihres Wohnhauses genießen. Dort lernt sie einen sehr interessanten und attraktiven Mann kennen und landet mit ihm im Bett. Dumm nur, dass er sich am nächsten Tag als ihr Vorgesetzter entpuppt, der nicht mal besonders freundlich ist…

Kritik
Hier kam nun also endlich das Buch um Thomas Maddox, den ältesten Maddox-Bruder. Wer die vorherigen Bücher gelesen hat, wusste schon, dass er für das FBI arbeitet und definitiv erwachsener und ernsthafter ist als seine Brüder.

Liis ist eine wirklich sympathische Hauptfigur mit einem extrem interessanten Job, da sie brisante Texte aus fremden Sprachen dechiffriert. Thomas ist ihr Vorgesetzter und als solcher ein echtes Ekel, was anfangs zu unterhaltsamen Unterhaltungen führen. Natürlich kann selbst der knallharte Thomas nicht lange verbergen, dass die Neue es ihm angetan hat und so kommen sich die beiden näher.

Es gibt hier ein Wiedersehen mit den anderen Maddox-Brüdern und auch die geheime Beziehung, die Thomas in Trentons Buch hatte, kommt nochmal zur Sprache und wird hier endgültig abgeschlossen. Insgesamt hat mir das Buch wieder wirklich gut gefallen, auch wenn diesmal ein bisschen die Hitzigkeit, welche die anderen beiden Maddox-Brüder in ihren Beziehungen an den Tag gelegt haben, gefehlt hat. Doch auch Thomas hat das gewisse Etwas, das kann man nicht abstreiten. Wem die anderen Bücher der Serie gefallen, der wird auch hier Freude beim Lesen haben.
9/10 Punkte

Erschienen im Piper-Verlag, Januar 2016
Originaltitel: Beautiful Redemption
432 Seiten
Taschenbuch: 9,99 Euro
E-Book: 8,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: https://www.piper.de/

Die Maddox Brothers:
1) Beautiful Oblivion
2) Beautiful Redemption
3) Beautiful Sacrifice
4) Beautiful Burn (erscheint im März 2017)

[Literatur] Caragh O’Brien: Das Land der verlorenen Träume (Birthmarked #2)

Das Land der verlorenen Traeume von Caragh M OBrienInhalt
Nach ihrer Flucht aus der Enklave, begibt sich die junge Hebamme Gaia Stone ins Ödland. Sie ist auf der Suche nach dem Toten Wald – dem Ort, an den ihre Großmutter angeblich vor vielen Jahren verschwunden ist.
Als Gaia den Ort Sylum findet, ist sie zunächst sehr erstaunt, wie anders das Leben hier ist. Jeder hat genug zu essen und die Gemeinschaft hält zusammen. Doch am erstaunlichsten: In Sylum herrschen die Frauen, allen voran die Matrarch, der jeder zu gehorchen hat. Hier herrschen andere Regeln und es fällt Gaia nicht leicht, sich an diese zu halten.
Doch in Sylum hat man auch Probleme: Seit Jahren werden immer weniger Mädchen geboren, so dass es viel zu viele Männer gibt und die Stadt auszurotten droht. Auch aus diesem Grund erfährt Gaia hier eine ganz andere Aufmerksamkeit, als sie es von früher kannte: Sie ist sehr begehrt unter den Männern der Stadt. Brenzlig wird die Situation, als Leon auftaucht, der ihr aus der Enklave gefolgt ist, um sie zu suchen…

Kritik
Zunächst war ich vom Klapptext dieses zweiten Bandes nicht besonders angetan. Ich bin kein Freund davon, dass die Hauptfigur in ein komplett neues Umfeld verpflanzt wird, denn man möchte als Leser ja wissen, wie es auch mit den anderen Figuren weitergeht, die man kennengelernt hat. Doch erneut hat es Caragh O’Brien geschafft, mich durch ihren Einfallsreichtum und ihren Schreibstil einzufangen.

Gaia kommt in eine völlig neue Welt, mit anderen Werten und Gesetzen. Doch sie bleibt sich treu und versucht auch hier – wie bereits im ersten Band in der Enklave – gegen Zustände vorzugehen, die ihr ungerecht erscheinen. Viele Rezensionen, die ich bereits zu diesem Buch gelesen habe, erweckten den Eindruck, Sylum sei ein unmenschlicher Ort. Dem kann ich jedoch nicht zustimmen, denn wenn man sich auf die Gegebenheiten einlässt, kann man die Menschen gut verstehen. Natürlich wird auch hier der Leser erneut mit seinen eigenen moralischen Vorstellungen ins Gericht gehen müssen, denn wieder schafft es die Autorin, dass man die Beweggründe beider Seiten verstehen kann.

Das Buch ist ein Pageturner. Einen Punkt Abzug in der Bewertung gibt es einfach, weil mich brennend interessiert, was in der Enklave passiert und man dazu nur noch sehr wenige Informationen erhält. Doch auch hier sei wieder gesagt: Man wartet nach dem Ende des Buches mit brennender Ungeduld auf den dritten und letzten Band der Trilogie. Es bleibt spannend!
9/10 Punkte

Erschienen im Heyne Verlag, Februar 2012
Originaltitel: Prized
464 Seiten
Taschenbuch: 8,99 Euro
E-Book: 7,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: Heyne Verlag

[Lyrik] Denn du bist ein Teil von mir

Ich bin dein Kind,
ich bleib bei dir, uns kann niemand trennen.
Selbst wenn du gehst, bleibst du bei mir,
denn du bist ein Teil von mir und ich gehör zu dir.

Du bist mein Kind,
ich bleib bei dir, uns kann niemand trennen.
Selbst wenn ich geh, bleib ich bei dir,
denn ich bin ein Teil von dir und du gehörst zu mir.

-S.Ko-

(Egal, ob man selbst Mama oder das Kind einer Mama ist, die Verbindung ist immer besonders)

[Literatur] Miranda Kenneally: Herz im Aus

Herz im Aus von Miranda Kenneally

 

 

Inhalt
Jordan Woods ist passionierte Footballspielerin und Quarterback in ihrem Highschool-Team. Ihr bester Freund Henry und die anderen Jungs aus der Mannschaft bilden ihren Freundeskreis und alles in allem ist sie zufrieden. Als Ty neu an ihre Schule kommt und ebenfalls ins Footballteam aufgenommen wird, interessiert sie sich erstmals für einen Jungen. Doch Ty hat einen Sack voller Probleme dabei und dann kommt doch alles anders…

Kritik
Die Inhaltsangabe hat mir bei diesem Buch sehr gut gefallen und da ich im Moment sowieso viel und gern Jugendromane lese, wollte ich auch diese Geschichte gern ausprobieren.
Miranda Kenneally hat ein gutes Händchen dafür, ihre Charaktere auszuformen und sie authentisch zu gestalten. Jordan ist eine sympathische Hauptfigur, die sich Gedanken um ihre Zukunft auf dem College macht und sich voll auf ihren Sport konzentrieren will. Wie es früher oder später aber eben passieren muss, interessiert sie sich plötzlich für einen Jungen.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen, doch ich hatte dennoch etwas mehr erwartet. Die erste Hälfte der Geschichte zog sich etwas öde dahin und erst, als dann eine Wendung in der Handlung eintritt, die ich nicht erwartet hatte, wird es endlich gut. Auf diese Wendung gehe ich an dieser Stelle nicht ein, um nicht zu spoilern. Aber es lohnt sich, durchzuhalten.
Das Ende kam mir dann auch etwas abrupt, weshalb es nur 4 Sterne wurden, doch ich würde noch ein weiteres von Kenneallys Büchern lesen.

Der Schreibstil ist absolut jugendfrei gehalten. Zwar erfährt man, dass die Jugendlichen ihre Erfahrungen machen, doch es wird nichts explizit erzählt. Dieser Roman eignet sich gerade deshalb und wegen der simplen, aber für Jugendliche sicher absolut aktuellen, Geschichte sehr gut für Teenies zwischen 14-18 Jahren. Vor allem Mädchen dürften hier ihre Freude haben.
8/10 Punkte

Erschienen im Verlag cbt, Dezember 2014
Originaltitel: Catching Jordan
352 Seiten
Taschenbuch: 7,99 Euro
E-Book: 6,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: http://www.randomhouse.de/Verlag/cbt-Kinder-und-Jugendbuecher/16000.rhd

[Literatur] Bis du wieder atmen kannst & Solange du bleibst von Jessica Winter

3D-Cover_Bdwak_NEUInhalt
Julia ist an der Highschool eine Außenseiterin. Nur ihre beste Freundin steht ihr hier wirklich nahe, alle anderen provozieren sie höchstens, um ihr freches Mundwerk zu hören, denn sie hat immer eine passende Erwiderung parat. Was wirklich in ihrem Leben los ist, weiß niemand.
Jeremy kommt aus einer guten Familie und spielt Football, gehört also zu den beliebten Schülern. Er interessiert sich herzlich wenig für Julia, außer wenn er sich mit ihr kabbeln kann. Doch das ändert sich an dem Tag, an dem er zufällig in die Umkleide kommt, als sie sich für den Sportunterricht umzieht. Was er dort sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren und er ist völlig verwirrt. Er weiß nur eins: Er muss etwas unternehmen…

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Jessica Winter veröffentlicht als Selfpublisherin, was grundsätzlich heißt, dass man Glück oder Pech haben kann, wenn man zu einem solchen Buch greift. Die überaus positiven Rezensionen, die ich zu diesen beiden Büchern über Julia und Jeremy gelesen habe, waren aber alle begeistert und so beschloss ich, die Geschichte auch einmal auszuprobieren.
Es kommt ja selten vor, dass ich ein Buch erst einmal sacken lassen muss, bevor ich darüber schreiben kann. Das letzte Mal war das glaube ich bei „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes der Fall. Und von der Qualität der Geschichte her würde ich Jessica Winter auch damit gleichsetzen.

Zunächst beginnt das Buch wie eine typische Teenieromanze. Sie ist die Außenseiterin, er der Star der Highschool, beide 17 Jahre alt. Hat man schon etliche Male so gesehen, lese ich aber trotzdem sehr gern. Doch schon recht früh bekommt die Geschichte eine andere Qualität, als häusliche Gewalt ins Spiel kommt. Ich will hier eigentlich nicht zu viel verraten, doch wer bei diesem Thema empfindlich ist, sollte doch wissen, worauf er sich einlässt. Jessica Winter beschreibt diesen Aspekt der Geschichte schonungslos und ehrlich. Man hat das Gefühl, sie zieht dem schönen Schein der Vorstadt die Haut ab, bis nur noch das rohe Fleisch übrig bleibt. Und das ist dann die Realität, die sich hinter vielen Haustüren abspielt, vor der wir aber sonst gut die Augen verschließen können. Obwohl ich so etwas eigentlich sehr beklemmend finde, wurde es hier doch auf eine Art erzählt, dass man es aushalten kann, vor allem, weil Julia eine sehr starke Persönlichkeit hat. Sie hatte die Wahl, zu zerbrechen oder eben nicht und sie hat sich dagegen entschieden.

Jeremy entspricht da schon eher dem Stereotyp, das man kennt. Er ist tatsächlich so oberflächlich, wie man es sich vorstellt. Und ich empfand es als wirklich angenehm, dass er keine 180 Grad-Wende macht, nachdem er Julia im Umkleideraum gesehen hat, sondern dass er ab diesem Zeitpunkt eine nachvollziehbare Entwicklung durchläuft. Er braucht eine ganze Weile, um sich zu überlegen, ob er überhaupt etwas tun soll. Ob er sie darauf ansprechen soll. Im Grunde begleitet man ihn hier auf seinem steinigen Weg des Erwachsenwerdens.

Ich habe deshalb beide Bücher in diese Rezension hinein genommen, weil sie zusammen eine Geschichte erzählen. „Solange du bleibst“ schließt nahtlos an den ersten Band an. Ich werde hier auch nichts über die Handlung des zweiten Buches erzählen, außer dass es noch emotionaler ist als das erste. Letztendlich hat Jessica Winter extrem viel Dramatik in diese beiden Bücher gepackt und ich bin mit mir selbst nicht wirklich einig, ob es mir nicht ein wenig zu viel war. Aber das ändert nichts daran, dass mir die Geschichte regelrecht unter die Haut gegangen ist. Die Liebesgeschichte entwickelt sich sehr langsam und realistisch, es wird nichts überstürzt. Zeitweise – vor allem im ersten Buch – ist sie noch nicht einmal das zentrale Thema.

Wem „Ein ganzes halbes Jahr“ gefallen hat, der sollte unbedingt auch Jessica Winters Bücher lesen. Eine große, sehr ergreifende Geschichte.
10/10 Punkte

Erschienen im August/Oktober 2015
Taschenbuch je 11,90 Euro
E-Book je 2,99 Euro
Weitere Infos findet ihr hier: http://www.jessica-winter.com/index.php