[Lyrik] Denn du bist ein Teil von mir

Ich bin dein Kind,
ich bleib bei dir, uns kann niemand trennen.
Selbst wenn du gehst, bleibst du bei mir,
denn du bist ein Teil von mir und ich gehör zu dir.

Du bist mein Kind,
ich bleib bei dir, uns kann niemand trennen.
Selbst wenn ich geh, bleib ich bei dir,
denn ich bin ein Teil von dir und du gehörst zu mir.

-S.Ko-

(Egal, ob man selbst Mama oder das Kind einer Mama ist, die Verbindung ist immer besonders)

[Erziehung] Etiketten auf dem Kind?

etikett-22487Jeder von uns kennt Etiketten. Sie kleben im Supermarkt auf den Waren und hängen an neuen Kleidungsstücken im Klamottenladen. Etiketten weisen aus, um was es sich bei einem Artikel handelt und wie viel er wert ist. Was im Einzelhandel praktisch ist, wird erst fragwürdig, wenn wir uns bewusst machen, dass wir auch unsere Kinder mit Etiketten versehen.

Da ich gerade erst als Mutter diese leidvolle Erfahrung machen musste und unbewusst auch in meinem Beruf eine solche Etikettierung Jugendlicher vorgenommen habe, beschäftigt mich das Thema im Moment sehr. Pädagogen werden im Grunde darin ausgebildet, Kinder mit Etiketten zu versehen, um sie besser einordnen zu können. Erst als Mutter mit einem dreidimensionalen Blick auf das eigene Kind, erkennt man den Fehler hieran.
Das Ganze begann mit dem Etikett „Störenfried“, als mein Kind mehrmals den Stuhlkreis im Kindergarten gestört hat. Die Rede war von „verhaltensauffällig“, noch so ein nettes Etikett, das aber durch „sehr schlau“ relativiert wurde. Bauchweh macht es einem trotzdem.
Nun wurde erkannt, dass mein Kind über all diese Etiketten hinaus auch noch „hochbegabt“ sei, ein Etikett, das laut Kitapädagogen häufig mit „Störenfried“ einher geht. Nachdem ich mir mehrere Wochen starke Bauchschmerzen mit diesen Labels gemacht habe, kam ich zu der Erkenntnis, dass es für mich einfach keine Option ist, mein Kind mit einem Schild gekennzeichnet in ein Regal zu schieben, wo es ab sofort als ein bestimmter, genau definierter Kinderartikel geführt wird.

Diese Etikettierung kennt doch jeder von uns noch aus der Schule. „Streber“, „Sportler, kann aber sonst nichts“, „Partymaus“, „Außenseiter“… es gibt nicht endlos viele, weil es uns überfordert, die Menschen in zu viele Kategorien einordnen zu müssen. Reflektiert habe ich das aber wie gesagt erst in den letzten Wochen, stelle also mit Erschrecken fest, dass ich es bisher nicht anders gemacht habe. Für eine erste Orientierung mag es auch hilfreich sein, jemandem ein Label aufzudrücken, aber danach sollte man doch tiefer blicken. Wir Erwachsenen stecken das ganz gut weg, auf den ersten Blick als arrogant oder naiv abgestempelt zu werden, doch ich frage mich, was mit Kindern passiert, die immer und immer wieder hören, sie wären dieses eine Etikett. Ist das nicht eine selbst erfüllende Prophezeiung? In sechs Jahren im Beruf habe ich jedenfalls nur sehr, sehr wenige Kinder/Jugendliche erlebt, die aus dem Etikett „Störenfried“ wieder heraus kamen und sich ein neues Label aufdrücken konnten. Das ist paradox! Wie soll ich einem jungen Menschen die Kompetenz vermitteln, sich eine eigene Meinung zu bilden und Dinge zu reflektieren, wenn er selbst etikettiert wurde? Das wird nicht funktionieren. Wir alle wissen, die meisten Etiketten lassen sich nicht abziehen, ohne hässliche Rückstände des Klebers zu hinterlassen.

Wäre es nicht eine gute Idee, Kinder mal als Ganzes zu betrachten? Kann nicht ein Quälgeist auch ein lieber Kerl sein? Kann ein Streber nicht auch mal über die Strenge schlagen? Ich weiß jedenfalls, dass ich mir mein eigenes Kind dreidimensional wünsche. Ich hoffe sehr, dass er mit all seinen Facetten wahrgenommen wird, auch wenn die negativen oft wie Baustrahler wahrgenommen werden und die guten deshalb übersehen werden. Und ich nehme mir vor, mir diesbezüglich in meinem Beruf auch mehr Mühe zu geben. Hinter die Fassade schauen, reden, zuhören.
Damit Kinder mehr sind als Etiketten.

[Erziehung] Von guten und schlechten Kindergärten

Viele Eltern sind sich unsicher, wenn sie ihr Kind in Fremdbetreuung geben. Worauf muss ich achten? Wann darf ich Bedenken haben und wann übertreibe ich vielleicht? Diesen Fragen möchte ich heute mal auf den Grund gehen in der Hoffnung, dass mein Artikel vielleicht einigen Eltern weiter hilft.

Trotz der Tatsache, dass mein Sohn noch keine vier Jahre alt ist, haben wir schon einige Erfahrung mit Fremdbetreuung. Als er ein Jahr alt wurde, ging ich wieder arbeiten. Da es damals hier bei uns noch keinen Rechtsanspruch auf Kita-Plätze für Einjährige gab, suchten wir eine Tagesmutter. Ich habe zu dem Unterschied zwischen Kindergarten und Tagesmutter HIER bereits einen Bericht verfasst, den ihr gern nachlesen könnt, wenn euch dieser spezielle Aspekt besonders interessiert.
Zu Beginn hat er manchmal geweint, wenn ich ihn zur Tagesmutter gegeben habe. Er war ein Jahr alt und hat noch nicht wirklich verstanden, warum er jetzt woanders als zu Hause sein muss. Aber unsere Tagesmutter war wirklich lieb, hatte vier eigene Kinder und ich wusste, er ist da gut aufgehoben. Zwei Minuten, nachdem ich weg war, gab es keine Tränen mehr und er hat dann immer schön gespielt.
Wir hätten ihn gerne länger dort gelassen, jedoch haben Zweijährige bei uns tatsächlich einen Rechtsanspruch, und so kam er kurz vor seinem 2. Geburtstag in den Kindergarten. Dieser war ein ländlicher Kindergarten mit großem Außengelände. Da mein Sohn damals der kleinste Knirps dort war, waren die älteren Kinder total begeistert von ihm und haben ihm bei allem geholfen. Auch die Erzieherinnen haben ihn geliebt und waren sowohl herzlich als auch bestimmt. Mein Sohn ging wirklich gern in diesen Kindergarten und war manchmal ganz enttäuscht, wenn ich ihn abholen kam.

Vor einem Jahr sind wir umgezogen, so dass er nicht mehr denselben Kindergarten besuchen konnte und sich dort nach nur 6 Monaten wieder verabschieden musste. Natürlich war dieser Wechsel nicht optimal, Kinder brauchen Beständigkeit. Allerdings kommt man, wenn berufsbedingt ein Umzug ansteht, aus der Nummer auch nicht raus. Also wechselte er zu einer Kita in unserem neuen Wohnort, natürlich mit der Idee, dass er dort bis zum Schuleintritt bleibt.
Und in dieser Kita war er von Anfang an komisch. Obwohl wir eine Eingewöhnung gemacht haben, hat er viel geweint. Anfangs schoben wir das natürlich auf die Umstellung. Neues Zuhause, neuer Kindergarten… das ist schon viel für einen Zweijährigen. Außerdem waren die Bedingungen dort auch ganz anders als in der vorherigen Kita. Dort bestand die Krippengruppe aus 10 Kindern mit zwei Erzieherinnen. Hier waren es nun 25 Kinder mit zwei Erzieherinnen. Zudem war unser Sohn auch gewohnt, dass die Erzieherinnen im Schnitt Ende 20, Anfang 30 waren. Hier waren sie nun Anfang 40 bzw. 50. Das macht natürlich einen Unterschied, deshalb wollten wir dem Ganzen einfach Zeit geben.
Nach 6 Monaten hatte ich schon immer Bauchweh, wenn ich ihn in die Kita gebracht habe. Es gab nichts Konkretes, woran ich hätte festmachen können, was für ihn dort so schlimm ist. Aber über Monate hat er schon im Auto gesagt, dass er nicht in den Kindergarten will. Er weigerte sich, aus dem Auto auszusteigen. Er weinte, wenn ich ihn in der Gruppe abgab und klammerte sich an meinen Beinen fest. Die Erzieherinnen holten ihn dann ab und es schien wieder gut zu sein. Wenn ich ihn mittags abholte, rannte er mir entgegen und zog mich direkt aus der Gruppe heraus. Ich muss sagen, das hat mich erschreckt. So kannte ich meinen Sohn weder aus der Zeit bei der Tagesmutter, noch im ersten Kindergarten. Einige Kleinigkeiten sind aufgefallen. Wir baten darum, unserem Sohn, der dünne blonde Harre und eine leichte Erkältung hatte, im Frühherbst die Mütze anzuziehen, wenn sie raus gehen. Wenige Tage später war es nochmal schön sonnig und warm. Trotzdem wurde er aus reinem Trotz in Schal und Mütze gepackt und war komplett verschwitzt, als ich ihn abholte.
Um Weihnachten wagten wir den ernsten Versuch, trocken zu werden. Als er nach den Ferien in die Kita zurück ging, konnte er allein auf Toilette gehen, man musste ihn nur eben dorthin mitnehmen, weil er nicht immer Bescheid gesagt hat und da noch manchmal was daneben ging. Im Kindergarten wurde mir dann mitgeteilt, dass sie das nicht leisten könnten, wir sollen ihm bitte wieder eine Windel anziehen. Solche kleinen Dinge kamen zusammen. Nichts, weswegen man einen riesigen Aufstand machen müsste, aber doch Punkte, die mir nicht gefielen.
Und dann das Dilemma: Sollen wir einen erneuten Wechsel in Erwägung ziehen? Vielleicht liegen seine Probleme ja wirklich daran, dass er so schnell von einem in den anderen Kindergarten wechseln musste. Dann würden wir genau das Falsche machen. Außerdem war auch das Argument nicht zu verachten, dass er hier ja mit Kindern zusammen wäre, die später auch mit ihm in die Grundschule gehen. Also weiter abwarten, ob es besser wird.

Den letztendlichen Ausschlag für den Wechsel gab ein Ereignis, bei dem ich immer noch den Kopf schütteln muss. Mein Sohn bekam im Kindergarten vormittags Durchfall und man versuchte, mich auf dem Handy anzurufen. Ich habe an diesem Tag auf der Arbeit nicht regelmäßig auf mein Telefon schauen können und bin gleich hin gefahren, als ich den verpassten Anruf gesehen habe. Im Kindergarten angekommen wurde ich angefahren, mein Sohn habe Durchfall und ich hätte ihn sofort abholen müssen. Mittlerweile waren vier Stunden seit dem verpassten Anruf vergangen. Auf meine Frage hin, ob mein Mann und die Oma denn auch nicht zu erreichen gewesen wären, bekam ich zur Antwort: „Ich mach doch keinen Rundruf!“
Unnötig zu erwähnen, dass ich am selben Tag in der Kita des Nachbarortes angerufen und mich dort nach einem freien Platz erkundigt habe. Darüber hinaus habe ich auch ein sehr deutliches Gespräch mit den beiden Erzieherinnen der Gruppe geführt, aber nach diesem Erlebnis war ganz klar: Nein, ich kann diesen „Pädagoginnen“ mein Kind nicht problemlos anvertrauen.

Und so wechselte der arme Kerl nach 12 Monaten erneut den Kindergarten. Natürlich hatte ich auch hier Angst, dass es wieder so schlimm werden würde. Dass wir vielleicht einen Fehler machen und der erneute Wechsel unseren Zwerg komplett aus der Bahn wirft.
Zu Beginn war er in dem neuen Kindergarten auch noch recht reserviert. Da er in dem vorigen meistens alleine gespielt hat, war ich es gewöhnt, dass er sich in eine Ecke zurückzieht und sein eigenes Ding macht. Mit mulmigen Gefühl ließ ich ihn in der ersten Woche dort.
Mittlerweile ist er seit zwei Monaten in der neuen Kita und ich habe ein anderes Kind! Kein einziges Mal (!) hat er mich auf dem Weg zum Kindergarten gebeten, nicht dorthin zu fahren. Kein einziges Mal hat er sich geweigert, aus dem Auto auszusteigen. Letzte Woche ist das überhaupt Beste passiert. Ich kam um 14 Uhr in den Kindergarten, um ihn abzuholen, und er spielte gerade mit den anderen Kindern. Als ich gefragt habe, ob wir gehen können, sagte er: „Mama, ich will doch noch spielen. Warum kommst du immer so früh?“. Und damit die Gewissheit: Wir haben das Richtige gemacht.

Manchmal muss man einfach darauf vertrauen, dass man sein Kind kennt und einschätzen kann, wann es ihm nicht gut geht. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Pädagoginnen im Kindergarten gut ausgebildet und bemüht sind, sicher sein kann man sich nicht. Ich weiß immer noch nicht, was genau unserem Sohn in seinem letzten Kindergarten so zugesetzt hat. Aber ich kann sicher sagen, es lag an der Kita, denn nun ist er wieder so, wie damals in seinem ersten. Aufgeschlossen, fröhlich und er geht gerne hin.

Also, liebe Mamas und Papas, vertraut auf euer Gefühl. Rennt nicht sofort Türen ein, aber auf jeden Fall dann, wenn sich die Situation nicht bessert. Und ein bisschen Mut gehört eben auch dazu, ein Kind auf seinem Weg zu begleiten.

[Erziehung] Und wenn mein Kind dann das Fernsehen entdeckt?

Hallo ihr lieben,

ja es ist ein heikles Thema, das die Elternschaft spaltet. Fernsehen ja oder nein? Und wenn ja, was? Diese Fragen würde ich heute gern beantworten.

Ich muss sagen, ich war zunächst komplett gegen Fernsehen. Mir hat sich nicht erschlossen, warum mein Kind mit 1 Jahr schon fernsehen sollte und deshalb blieb der Kasten auch immer aus. Das erste Mal wirklich ferngesehen hat mein Sohn mit zweieinhalb. Wir bekamen eine DVD aus einer Zeitschrift geschenkt, auf der einzelne Episoden zu Kindersendungen drauf waren. Als mein Zwerg gesehen hat, dass die Micky Maus darauf abgebildet ist, hat er gefragt, ob er mal schauen darf. Weiterlesen

[Erziehung] Tragemama oder Kinderwagenmutti?

Wenn man heutzutage ein Kind erwartet, stellt man sich normalerweise früher oder später die Frage: Bin ich eine Tragemama oder ist mir der Kinderwagen lieber?

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Die klassische Variante ist der Kinderwagen. Man kann das Kind warm einpacken, es hat Platz und ist bequem zu schieben (zumindest solange es nicht steil bergauf geht). Man kann bequeme Spaziergänge machen oder auch mal eben einkaufen gehen, falls ein Geschäft in Laufnähe ist. Denn in dem Korb unter dem Kinderwagen lassen sich auch kleinere Einkäufe verstauen. Alles in allem also ein praktisches Teil. Weiterlesen

[Erziehung] Helikoptermütter oder: Wie ich mein Kind NICHT auf’s Leben vorbereite

Ist es nicht schön, dass in der heutigen Zeit absolut jeder eine Petition starten kann, die bei genug Teilnehmern an den Bundestag geschickt wird? Natürlich, herzallerliebst…
Grund für diesen Artikel ist eine vor wenigen Tagen gestartete Petition, die verlangt, die Bundesjugendspiele abzuschaffen (nachzulesen HIER).

Im Gegensatz zu den momentan knapp 16.000 Unterstützern dieser Petition halte ich dieses Ansinnen für wenig sinnvoll und frage mich einmal mehr, woher sogenannte Helikoptermütter überhaupt kommen. Weiterlesen

[Erziehung] Kinderfotos im Internet – muss das sein?

Heute widme ich mich einem Thema, das mir sehr am Herzen liegt und die Gemüter der Elternschaft spaltet. Es geht um Kinderfotos im Internet und die Frage, ob das sein muss. Ich nehme hierzu eine klare Haltung ein, die nicht jedem gefällt. Dennoch fände ich es schön, wenn sich jeder – auch wenn er nicht meiner Meinung ist – das Ganze einmal durch den Kopf gehen lässt, ohne direkt mit Abwehr zu reagieren.

Die Anfänge
Ich entstamme als Kind der 80er einer Generation, in der noch niemand Gefahr lief, dass Kinderfotos von ihm öffentlich verbreitet werden. Weiterlesen

[Erziehung] Das Muttersein bereuen? – umstrittene Diskussion #regretting motherhood

Im Moment kursiert im gesamten Internet eine hitzige Diskussion basierend auf einer israelischen Studie, in der 23 Mütter zugegeben haben, ihre Mutterschaft zu bereuen (lest dazu auch diesen Artikel). Zwar lieben sie ihre Kinder, doch würden sie noch einmal entscheiden können, würden sie sich gegen die Mutterschaft entscheiden. Weiterlesen

[Erziehung] Tagesmutter oder Kindergarten?

Ich bin eine Mama, die tatsächlich nach dem ersten Lebensjahr ihres Kindes wieder arbeiten ging. Dies lässt sich grundsätzlich gut mit meinem Beruf verbinden, denn ich kann mein Kind an den allermeisten Tagen um 14 Uhr abholen. Nachdem zum damaligen Zeitpunkt noch kein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Einjährige in meinem Bundesland bestand, mussten wir auf eine Tagesmutter ausweichen.

Ich war zunächst nicht begeistert von dieser Aussicht, denn ich stellte mir die Betreuung in einem „überwachten“ Rahmen einfach sicherer vor, als in einem Privathaushalt bei quasi Fremden. Weiterlesen